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Erzeugung
Aufbereitungsverfahren: Bei der Bioerdgasaufbereitung wird das Biogas auf Erdgas-qualität veredelt. Zudem werden alle störenden Inhaltsstoffe entfernt. Das hergestellte Bioerdgas muss die Anforderungen der Deutschen Vereinigung des Gas- und Wasserfaches e. V. erfüllen.
Generell werden bei der Bioerdgasaufbereitung folgende Prozessstufen durchlaufen:
- Entschwefelung
- Trocknung
- Kohlendioxid-Abtrennung
Die Reihenfolge dieser Schritte ist vom gewählten Verfahren abhängig. Hauptsächlich werden zurzeit folgende Verfahren angewendet:
Druckwechseladsorption (PSA): Bei diesem Verfahren wird das Rohbiogas zunächst verdichtet, entschwefelt und getrocknet. Bei der anschließenden CO2-Abtrennung kommen die unterschiedlichen Adsorptionseigenschaften von CH4 und CO2 an einem Kohlenstoffmolekularsieb zum Tragen: CO2 reichert sich schneller und stärker am Sieb an, als CH4. So wird das CO2 gefiltert, während der überwiegende CH4-Anteil das Sieb durchströmt.
PSA-Anlagen bestehen in der Regel aus vier solcher Adsorptionseinheiten. Das Rohbiogas durchströmt unter hohem Druck eine Adsorptionseinheit, bis diese vollständig mit CO2 (sowie einem geringen CH4-Anteil) beladen ist. Nun wird der Biogasstrom durch eine andere Einheit geleitet. Die beladene Einheit wird regeneriert. Hierzu wird der Druck reduziert und das CO2 abgesaugt. Durch eine weitere Druckreduktion werden auch die geringen CH4-Anteile abgesaugt und in das Rohbiogas zurückgeführt. Für eine vollständige Regeneration der Anlage wird mittels Vakuumpumpe ein Unterdruck erzeugt.
Druckwasserwäsche (Physikalische Gaswäsche): Bei diesem Verfahren wird der physikalische Effekt der Lösung von Gasen in Flüssigkeiten unter hohem Druck genutzt. Hierzu wird das Biogas auf 6-8 bar verdichtet und in eine Adsorptionskolonne eingeleitet. Dabei durchströmt das Biogas die Kolonne von unten nach oben. Am Kopf der Kolonne wird wiederum Wasser eingeleitet, so dass es im Gegenstrom zum Gas nach unten läuft. Durch den Gas-Flüssigkeits-Kontakt werden die CO2- und H2S-Anteile vom Biogas getrennt.
Das CH4-angreicherte Gas wird oberhalb der Kolonne als Biomethan abgezogen und getrocknet. Das mit CO2, H2S und anderen Bestandteilen beladende Waschwasser wird durch zwei Regenerationseinheiten gepumpt und durch Druckabsenkung gereinigt. Das gereinigte Wasser wird gekühlt und zur Adsorptionskolonne zurückgeführt.
Aminwäsche (chemische Gaswäsche): Dieses Verfahren beruht ebenfalls auf dem Prinzip der Gaswäsche. Hierbei handelt es sich aber um ein druckloses Verfahren, das sich chemische Eigenschaften von Aminflüssigkeit zunutze macht. Diese wird als Waschflüssigkeit verwendet und kann aufgrund ihrer chemischen Eigenschaften das CO2 sehr gut aufnehmen. Das CH4 reagiert nicht mit der Waschflüssigkeit und wird oberhalb der Waschkolonne als reines Biomethan abgezogen, getrocknet und gekühlt.
Anders als bei der Druckwasserwäsche muss das Rohbiogas entschwefelt und vorgetrocknet werden, bevor es in die Waschkolonne eingeleitet wird. Die mit CO2 beladene Waschflüssigkeit wird in einem 3-stufigem Regenerationsverfahren gereinigt und zur Waschkolonne zurückgeführt.
Qualität:
Der Methangehalt im aufbereiteten Bioerdgas liegt, abhängig vom angewandten Verfahren, bei 92 bis 99 Vol.-%. Mittels chemischer Gaswäsche ist eine nahezu vollständige Abtrennung des CO2-Anteils möglich.
Einspeisung:
Das in der agratec-Bioerdgasanlage erzeugte Bioerdgas wird in das bestehende Gasnetz eingespeist. Hierbei werden alle Anforderung der DVGW bzgl. Gasqualität und Odorierung eingehalten und kontinuierlich überwacht.